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Chronischer Schmerz |
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Beim chronischen Schmerz hat der Schmerz als Symptom seine Warnfunktion verloren. Wenn z. B. ein Patient akute rechtsseitige Unterbauchschmerzen hat, so wre es sicher falsch, Schmerzmittel zu geben. Vielmehr mu man die Ursache finden, mglicherweise liegt eine Appendizitis (Blinddarmentzndung) vor. Diese mu dann entsprechen behandelt, also operiert werden. Ganz anders sieht die Situation aus bei chronischen Schmerzen: Migrne, Spannungskopfschmerz, chronische (lnger als ein halbes Jahr dauernde) Rckenschmerzen, chronische Schmerzen nach Amputationen (Phantomschmerz), neuralgieformer und neuropathischer Schmerz (Schmerzen in Verbindung mit Strungen der Nervenfunktion wie z. B. Polyneuropathie bei Diabetes mellitus) sind Beispiele. Whrend man frher der Meinung war, da man mglichst wenig Schmerzmittel einnehmen und Schmerzen lieber aushalten solle, so hat sich dies grundlegend gewandelt. Wenn man Schmerzen nicht konsequent im Akutstadium bekmpft, so besteht die Gefahr, da diese chronisch werden. Diese Chronifizierung kann so weit gehen, da es im Laufe der Zeit immer schwieriger wird, den Betroffenen zu helfen. Dies sei am Beispiel der Migrne verdeutlicht: Am Beginn einer "Migrne-Karriere" steht beispielsweise ein anfallsweise auftretender starker Kopfschmerz, der viermal im Monat auftritt. Die Patientinnen oder Patienten suchen keinen Arzt auf, sondern kaufen sich Mischprparate in der Apotheke und nehmen diese unkontrolliert ein. Der Gesetzgeber "hilft" noch bei der Chronifizierung, denn zur Migrnebehandlung gehrt auch, da man vor Einnahme des Schmerzmittels ein ausreichend hoch dosiertes Mittel zur Verbesserung der Aufnahmefhigkeit des Magen-Darm-Traktes einnimmt. Diese Mittel sind aber rezeptpflichtig! Im Laufe der Jahre kommt es dann zum sog arzneimittelinduzierten Dauerkopfschmerz. Die Patientinnen und Patienten geben dann an, da sie fast jeden Tag "Migrne" haben. In Wirklichkeit hat der chronische Schmerzmittelgebrauch zu einer Verstrkung der Kopfschmerzen gefhrt. Inn diesem Falle ist die einzige richtige Behandlung eine Entzugstherapie. Alle Migrne-Mittel mssen radikal abgesetzt werden!! Wenn der Entzug gelungen ist, kann man anhand von Kopfschmerztagebchern feststellen, wie stark die Belastung durch die ursprngliche Migrne noch ist, um diese dann gezielt zu behandeln. Fast jeder wei, da chronische Rckenschmerzen hufig sehr unbefriedigend zu behandeln sind. Oft ist es so, da Patienten, die unter chronischen Rckenschmerzen leiden, nicht ernstgenommen werden, wenn man bei ihnen keinen Bandscheibenvorfall oder andere Strungen findet.. Auf der anderen Seite werden auf Rntgen- oder CT-Aufnahmen gefundene "Bandscheibenvorflle" zu hufig als Ursache der Schmerzen angeschuldigt und viele Patienten wurden deshalb vergeblich operiert; ihre Situation durch die Operation sogar oft verschlechtert. Chronische Rckenschmerzen erfordern eine aktivierende Behandlung, z. B. Fitness-Training fr die Rckenmuskulatur, welche untersttzt werden kann durch eine gezielte medikamentse Behandlung In diesem Zusammenhang mu klar gesagt werden, da Deutschland ein Entwicklungsland in der Schmerztherapie ist. Bestimmte Schmerzmittel werden hierzulande viel zu wenig verabreicht. z. B. Opiate und Opioide. Ein Grund dafr ist, da diese Medikamente sehr teuer sind. Wenn man den Verbrauch von Opiaten in verschiedenen Lndern sich ansieht und in dieser Relation Deutschland z. B. mit England, Dnemark und den USA vergleicht, dann wird man feststellen, da in diesen Lndern weit mehr Opiate verbraucht werden als bei uns. In England z. B. und in Dnemark ist es nichts besonderes , bei chronischen Schmerzen, auch wenn sie nicht durch Tumorerkrankungen hervorgerufen werden, Opiate zu verordnen. (Dies bedeutet nicht, da diese Medikamente kritiklos verordnet werden sollen). Opiate oder Opioide haben folgende Nachteile: Sie knnen zu belkeit, Verstopfung, Benommenheit und Juckreiz fhren (um die wichtigsten Nebenwirkungen zu nennen). Hierbei handelt es sich um lstige, nicht aber um gefhrliche Nebenwirkungen. Insbesondere die belkeit und die Benommenheit sind oft nur von kurzer Dauer, z. B. drei Tage bis eine Woche. In dieser Zeit mu die Dosis leicht reduziert werden und evtl. ein Gegenmittel verabreicht werden. Verstopfung kann allerdings ein dauerhaftes Problem werden und mu dann entsprechend bekmpft werden. Der groe Vorteil der Opioide ist aber, da sie keine organschdigenden Nebenwirkungen haben < also keine Blutbild-, Leber-, Nieren-, Knochenmarksschdigungen >, wie dies oft bei sog. einfachen Schmerzmitteln der Fall ist. Noch einmal: Opioide sind keine Wundermittel. Sie gehren aber zu den am strksten wirksamen Medikamenten, die wir zur Behandlung von Schmerzen haben. Sie sollten deswegen denjenigen, die ihrer bedrfen, nicht vorenthalten werden. Es ist unsinnig, sie bei korrekter Indikation nicht einzusetzen. Wenn Sie nhere Informationen zu diesem Thema haben mchten, auch wenn Sie Patienten kennenlernen mchten, die ihre chronischen Schmerzen mit Opioiden behandeln, knnen Sie mir schreiben. e-Mail-Adresse:
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