Restless-legs-Syndrom

( Syndrom der ruhelosen Beine )

 

Das Syndrom der unruhigen Beine (RLS) ist eine nicht seltene, aber selten diagnostizierte Erkrankung. Schon im 17. Jahrhundert und dann wieder vor ca. 50 Jahren von Ekbom wurde sie treffend und exakt beschrieben.

Patienten, die unter dieser gelegentlich sehr beeintrchtigenden Strung leiden, geben es oft auf, medizinische Hilfe zu suchen, da ihre Symptome auf "Nervositt, Stre, Schlaflosigkeit und Neurotizismus" zurckgefhrt werden oder auf natrliche Folgen des Alterns, obwohl viele Patienten schon mit 30 Jahren darunter leiden. Erkannt wird sie meistens von Neurologen oder Schlaf-Experten.

Merkmale sind:

Unangenehme Miempfindungen im Bereich der Beine, insbesondere der Unterschenkel und Fe. Diese Beschwerden treten auf, wenn Betroffene sich in einem Ruhezustand befinden, also hauptschlich abends und nachst. Manche Patienten beschreiben ein unangenehmes Kribbeln oder Brennen im Bereich der Unterschenkel, sie empfinden das Ganze hufig aber auch als schmerzhaft. Beim Auftreten dieser Miempfindungen wird ein zwanghafter Bewegungsdrang empfunden, so da man sich Erleichterung verschafft durch Herumlaufen oder sonstige willkrliche Bewegungen der Beine.

Da es Situationen gibt, in denen dies schlecht mglich ist (Kino- oder Theaterbesuch) verzichten viele Menschen, die unter dem Syndrom der ruhelosen Beine leiden, auf solche Aktivitten. Auch bei Krankenhausaufenthalten z. B. nach Operationen empfinden manche Patienten es oft als unertrglich, still liegen zu mssen. Mehrfach haben mir Patienten geschildert, wie sie wegen ihrer Unruhe von den Schwestern auf den chirurgischen Abteilungen zurechtgewiesen wurden.

Im Schlaflabor zeigen viele dieser Patienten sogenannte PLMS (periodic limb movements in sleep = periodische Bewegungen der Glieder im Schlaf). Aber die Diagnose wird im wesentlichen durch Befragung und krperliche Untersuchung (welche andere Erkrankungen, z. B. eine Polyneuropathie = gestrte Nervenleitungsfunktion) z. B. beim Diabete) gestellt.

Betroffene Menschen leiden selbstverstndlich an Ein- und Durchschlafstrungen. Unwillkrliche Bewegungen im Schlaf knnen dazu beitragen, da der Schlaf nicht tief genug ist. Dies kann zu Mdigkeit am Tag fhren. Unwillkrliche Bewegungen knnen bei solchen Patienten auch tagsber vorkommen. Es scheint ein Erbfaktor bei dieser Erkrankung  eine Rolle zu spielen, sie tritt famihr gehuft auf.

Die genaue Ursache des RLS ist unbekannt. Es ist aber anzunehmen, da es sich um eine leichte Strung der Gehirnfunktion handelt.

Nur in Ausnahmefllen besteht ein Zusammenhang z. B. mit Blutarmut und Eisenmangel sowie schwerer Nierenschdigung. Diese Krankheiten mssen dann natrlich ausgeschlossen werden.

Behandlung:

Medikamente, die RLS-Symptome verschlimmern, mssen vermieden werden. Krperliche Aktivitt verbessert die Symptome, insbesondere bei regelmiger Belastung. Alternative Methoden haben sich als nicht wirksam erwiesen. Vermieden werden sollten Coffein, Alkohol, Neuroleptika sowie bestimmte Antidepressiva. Mangelzustnde wie z. B. Eisenmangel mu behoben werden.

Spezielle medikamentse Therapie:

Die vorgenannten Manahmen reichen meist nicht aus. Zur Behandlung des RLS werden in Deutschland am hufigsten Dopamin-Vorlufer gegeben (die auch bei der Parkinson-Erkrankung eingesetzt werden (das RLS hat aber nichts mit der Parkinson-Erkrankung zu tun). Auch sog. Dopamin-Agonisten kommen zur Anwendung.

Deutlich unterschtzt wird die Wirkung einer medikamentse Behandlung mit Opioiden, also Opiatabkmmlingen. Entgegen landlufiger Meinung wirken diese Mittel bei RLS hufig sehr gut und schon bei geringfgigen Dosierungen, bei denen Nebenwirkungen nicht auftreten.

Bei korrekter Dosierung besteht praktisch keine Suchtgefahr. Ein weiterer Vorteil der Opioide ist, da diese keine organtoxische Wirkung haben (also keine Leber-, Nieren-, Knochenmark-, Blutbildschdigung bewirken). Allerdings ist bei Opioiden mit Verstopfung zu rechnen. Dies mu entsprechend dann behandelt werden. Insbesondere bei anfnlicher Gabe von Opioiden kommt es gelegentlich zu belkeit und Benommenheit. Dem kann aber durch Dosisreduktion und Gewhnung begegnet werden, auch Mittel gegen belkeit knnen zum Einsatz kommen.

Meiner Meinung nach sind Opioide besser geeignet zur Therapie des RLS-Syndroms, als Dopamin-Vorlufer. Eine Heilung ist allerdings zur Zeit mit keinem Medikament mglich.

Falls Sie nhere Informationen darber wnschen oder in Kontakt treten wollen mit Patientinnen und Patienten, die Opioide wegen Restless-legs-Syndrom einnehmen, knnen Sie mir schreiben:

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