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Aufmerksamkeits- und Hyperaktivittsstrung leiden Dr. Klaus Oehler Dr.Armin Born |
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1. Allgemeine
Leitstze und Regeln
- Analysieren und Vorausplanen - Klare Strukturierungen, Rituale, Ordnungen und Regeln - Einben isolierter Ttigkeiten - Freundlich-zugewandtes und konsequent-direktives Verhalten - Blick fr die positiven Seiten des Kindes zurckgewinnen - Ermutigung/an bewltigbare Aufgaben und Lernschritte heranfhren - Anpassung des Lern- und Aufgabenpensums - Reduzierung der didaktisch-methodischen Vielfalt - Zusammenarbeit mit den Eltern 2. Einzelhinweise - zum Ausprobieren Fr den Grundschullehrer gilt es zu bedenken, da viele der HKS-Kinder bis zur Einschulung bereits kompliziert verlaufende Lebensgeschichten hinter sich haben, die zu Verunsicherungen, einer Minderung des Selbstwertgefhles und schwierigen Beziehungen zu Gleichaltrigen gefhrt haben. Die Kinder, die eine normale oder gute Intelligenz aufweisen, was bei den meisten HKS-Kindern der Fall ist, sollten in der Regelgrundschule gefrdert werden. Grundstzlich brauchen diese Kinder eine pdagogische Grundhaltung der Ermutigung. Bereits das Bemhen des Kindes sollte Anerkennung finden. Das Kind hat gute Integrationschancen in der Klasse, wenn es sich insbesondere zum Lehrer in einer ,,Beziehung" fhlt und sich des Verstndnisses des Lehrers sicher sein kann. Die Reizberempfindlichkeit und die daraus resultierende Ablenkbarkeit und die Aufmerksamkeitsstrungen werden vielfach auch von Pdagogen miverstanden. Es handelt sich hier keinesfalls um eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft des Kindes oder gar Desinteresse, sondern um Defizite. Vorwrfe und Sanktionen sind ineffektiv, das Kind fhlt sich miverstanden und ungerecht behandelt. Im folgenden finden Sie didaktisch-methodische Hinweise zum Umgang mit HKS-Kindern. Es gibt aber keine Rezepte, die auf alle betroffenen Kinder in gleicher Weise anzuwenden wren. Bevor Manahmen ausprobiert werden, kann der Lehrer durch differenzierte Beobachtung des Kindes wichtige Hinweise erhalten:
In einer ,,diagnostischen Phase" ist es auch wichtig, beispielsweise Teilleistungsstrungen auszuschlieen. Fr den Grundschullehrer gilt es zu bedenken, da viele der HKS-Kinder bis zur Einschulung bereits kompliziert verlaufende Lebensgeschichten hinter sich haben, die zu Verunsicherungen, einer Minderung des Selbstwertgefhles und schwierigen Beziehungen zu Gleichaltrigen gefhrt haben. Die Kinder, die eine normale oder gute Intelligenz aufweisen, was bei den meisten HKS-Kindern der Fall ist, sollten in der Regelgrundschule gefrdert werden. Grundstzlich brauchen diese Kinder eine pdagogische Grundhaltung der Ermutigung. Bereits das Bemhen des Kindes sollte Anerkennung finden. Das Kind hat gute Integrationschancen in der Klasse, wenn es sich insbesondere zum Lehrer in einer ,,Beziehung" fhlt und sich des Verstndnisses des Lehrers sicher sein kann. Die Reizberempfindlichkeit und die daraus resultierende Ablenkbarkeit und die Aufmerksamkeitsstrungen werden vielfach auch von Pdagogen miverstanden. Es handelt sich hier keinesfalls um eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft des Kindes oder gar Desinteresse, sondern um Defizite. Vorwrfe und Sanktionen sind ineffektiv, das Kind fhlt sich miverstanden und ungerecht behandelt. Im folgenden finden Sie didaktisch-methodische Hinweise zum Umgang mit HKS-Kindern. Es gibt aber keine Rezepte, die auf alle betroffenen Kinder in gleicher Weise anzuwenden wren. Bevor Manahmen ausprobiert werden, kann der Lehrer durch differenzierte Beobachtung des Kindes wichtige Hinweise erhalten:
In einer ,,diagnostischen Phase" ist es auch wichtig, beispielsweise Teilleistungsstrungen auszuschlieen.
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Einzelhinweise, die die "Rahmenbedingungen" der unterrichtlichen Situation betreffen |
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In der Pdagogik geht man im allgemeinen davon aus, da Ermahnungen, Erklrungen bzw. auf angemessene Art und Weise gefhrte Gesprche oder notfalls der Einsatz von Sanktionen eine Verhaltensnderung beim Kind bewirken. Bei einem hyperaktiven Kind wirken beide Manahmenformen jedoch kaum. Anstelle sich von den Mierfolgen frustrieren zu lassen, wre es hilfreicher und wirksamer, in vorausplanender Weise eine angemessene Strukturierung der Rahmenbedingungen vorzunehmen und die Art des Umgangs mit dem Kind auf dessen Krankheitsbild abzustimmen. Folgende konkrete Umgehensformen des Lehrers mit dem Kind knnen hilfreich sein: - Das HKS-Kind braucht in der schulischen Situation klare Strukturen. - Das HKS-Kind bentigt einen ganz bestimmten Sitzplatz im Klassenzimmer mglichst vorne und mglichst mit einem ruhigeren Kind als Nachbarn und positiven Modell. Ungnstig ist ein hufiger Sitzplatzwechsel oder der hufige Wechsel des Nachbarn. Auch Gruppentische sind ungnstig fr HKS-Kinder. Fr den Lehrer ist es wichtig, darauf zu achten, mit diesem Kind mehrmals innerhalb einer Unterrichtsstunde in Kontakt zu treten (z. B. Blickkontakt, Berhrung), um es bei der Sache zu halten oder es ,,zurckzuholen". - Dem Bedrfnis nach Bewegung kann durch "Helferjobs" nachgekommen werden. - Ein klares Festlegen von Regeln nach vorheriger Absprache im Eins-zu-Eins-Kontakt mit dem Kind und schriftlicher Niederlegung in Form eines "Kleinstvertrages" bezogen auf die Alltagsnotwendigkeiten im Klassenzimmer ist hilfreicher als allgemeine Appelle, die an die Selbststeuerung des Kindes appellieren. - Das Kind mu merken, da es dem Lehrer nicht egal ist, es nicht als ,,strendes Element" empfunden oder gar feindselig betrachtet wird. Umgekehrt mu der Lehrer lernen, da die spontanen Unmutsuerungen des Kindes aus der Situation heraus entstehen und ihn nicht persnlich treffen sollen. - Ein Ansprechen des Kindes mit hufigen Blickkontakt oder kurzem Krperkontakt durch Berhren fhrt dazu, da das Kind die Aufmerksamkeit besser auf den Lehrer richten kann. - Anweisungen mssen in einfachen Worten gegeben werden, immer wieder andersartige Erklrungsanstze verwirren. - Anforderungen mssen angekndigt werden mit Rckvergewisserung des Kindes, da das Kind die Ankndigung auch wahrgenommen hat. - Das Kind sollte Anforderungen wichtiger Art mglichst mit seinen eigenen Worten wiederholen mssen. - Die Hinweissignale fr bergnge im Unterricht mssen klar definiert sein. - Beim Arbeiten darf auf dem Tisch des Kindes nichts liegen, was es ablenken knnte. - Fr spezifische Aufgaben mssen spezifische Zeiten gegeben werden. - Gestellte Aufgaben mssen kontrolliert werden, auch Hausaufgaben. - Das Kind braucht hufige Rckmeldung, verbal oder nonverbal, fr das, was es tut. Nicht nur die gute Leistung oder das Bemhen um diese Leistung sollte positiv gewichtet werden, sondern bei dem HKS-Kind auch jede Art von Bemhen, das Verhalten vermehrt zu steuern und zu verbessern. - Nonverbale verhaltensformende Korrekturen sollten hufig erfolgen z.B. durch wortloses Wegnehmen eines Gegenstandes, der sich gerade in der Hand des Kindes befindet, durch Drehen des Kopfes in die richtige Richtung, durch Deuten mit der Hand auf einen Punkt im Heft, wo das Kind weiterarbeiten soll. - Whrend einer Arbeitsphase sollte das Kind nicht die Erlaubnis bekommen, sich vom Platz zu entfernen. - Vereinbarte Signale oder Zeichen knnen nach Ankndigung gut im gesamten Klassenverband dazu beitragen, da sich alle an das erinnern, was auf dieses Signal oder Zeichen erfolgen soll (ein vereinbartes Signalwort wie Stop" oder ein Symbol, das in einer Tafelecke steht und auf das der Lehrer deutet), ist bei Greren hilfreich. Diese Signale mssen vor dem Unterricht abgesprochen und vereinbart sein mit klarer Darlegung, was bei Einhalten und was bei Nichteinhalten erfolgen wird. - Auf der Ebene der Arbeitsbewltigung mu dem Lehrer klar sein, da das HKS-Kind es schwer hat, lange aufpassen zu knnen, vor allem, wenn etwas nicht besonders interessant ist, Ablenkungsreize interessanter sind und es oft schneller handelt als es denkt. Ihm leicht Erscheinendes beginnt es sofort, ohne hufig die Instruktionen vollstndig aufgenommen zu haben. Zeitdruck bei Klassenarbeiten und die Hinweise auf noch verbleibende Minutenzahlen sind eher ungnstig. Eine bersichtliche Arbeitsblattgestaltung hilft dem Kind. Verbale Ermutigungen sind ntzlich. - Graphomotorische Ungeschicklichkeiten, z. B. eine schlechte Kraftdosierung und viele Leichtsinnsfehler in der Rechtschreibung sind eher an der Tagesordnung. Das Richtigschreiben sollte hher gewichtet werden als das Schnschreiben, da auch hufig eine echte Strung der Visuomotorik besteht. Hufig hat das HKS-Kind nicht zum gleichen Zeitpunkt ein zgiges Schreibtempo wie der Rest der Klasse erreicht, so da gelegentlich auch bezglich des Schreibtempos eine innere Differenzierung in der Klasse notwendig erscheint. - Genau wie bei Kindern mit Legasthenie kann es auch bei hyperaktiven Kindern sinnvoll sein, die Bearbeitungszeit bei Prfungen zu verlngern. Z.B. knnte ein Diktat den langsamer schreibenden Kindern als Lckentext vorgegeben werden, vielleicht verbunden mit der Aufgabe, das Diktat als Hausaufgabe abzuschreiben. - Auch zum Erfassen von Fragestellungen sind diese Kinder durch ihre "hpfende" Aufmerksamkeit beeintrchtigt. Setzen sie dann kognitive Selbststrukturierungen ein, bentigen sie hierfr entsprechend mehr Zeit. - Fr Eltern und Kinder stellen hufig die Erstellung der Hausaufgaben eine stundenlange "Qulerei" dar. Schriftliche Strafarbeiten und teilweise auch umfangreiche Hausaufgaben bei Fachlehrern verstrken diese ,,Qulerei" noch mehr. Bei den Hausaufgaben sollte deswegen beachtet werden, inwieweit sie sich auf zentrale Lernschritte beziehen. Es kann so durchaus angezeigt sein, da Pensum zu vermindern. Solange Kinder die Grundfertigkeiten bzw. den Stoff beherrschen lernen, sollte man ihnen diese Ermigung zugestehen. Die Arbeit bei den Hausaufgaben kostet sie in der Regel weitaus mehr Energie und Zeitaufwand als die nichtbetroffenen Kinder. - Viele HKS-Kinder zeigen leichte Schwchen in der Speicherfhigkeit, so z. B. im akustischen oder visuellen Bereich, welche zustzlich durch das hohe Ma an Ablenkbarkeit verstrkt wird. Dies kann z. B. im Mathematikunterricht dazu fhren, da das Kopfrechnen bei dreigliedrigen Aufgaben (z. B. 5 + 4 3 =) nicht gelingt. Ist das erste Teilergebnis errechnet, so kann sich das Kind hufig infolge seiner Ablenkbarkeit an das dritte Glied nicht mehr erinnern. Auch hier sollte Hilfe, z. B. durch Aufschreiben der Aufgabe erfolgen. Auch bei anderen Lerninhalten kann hufiges Wiederholen notwendig sein. Dies strkt die Mglichkeit, neue Inhalte mit bereits gespeicherten Inhalten zu verknpfen.
Insgesamt gilt zu bercksichtigen, da hyperaktive Kinder hufig Schwierigkeiten haben; sich etwas zu merken. Gerade im Grundschulbereich mu deswegen beim Erlernen der Grundfertigkeiten das Motto gelten: Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Notwendig dabei ist, da dem Kind effektive Lernstrategien vermittelt werden. Die Vielfalt an unterschiedlichen bungsmglichkeiten wre auf einige wenige, aber dafr hufiger einzubende Mglichkeiten zu beschrnken. Zu viele unterschiedliche bungsformen verwirren das Kind hufig mehr, als da sie ihm ntzen. Gnstig wirkt sich zudem aus, da Lernaufgaben in kleine, bewltigbare Teilschritte zerlegt werden. Das Kind bekommt so die Mglichkeit, Erfolge zu erleben. (Hyperaktive Kinder leben mit so vielen Mierfolgen, da sie gar nicht genug positive Rckmeldungen und Ermutigungen bekommen knnen.) Hufige und regelmige Rckmeldungen erleichtern dem Kind, sich besser hinsichtlich der anstehenden Lernaufgaben zu orientieren und Lernfortschritte besser wahrzunehmen. Damit wird verhindert, da sich das Kind von dem ,,Berg" von Lernaufgaben berfordert fhlt und dann die hufig beobachtbare Reaktion zeigt: ,,Das schaffe ich sowieso nie!" Das Kind bentigt insgesamt viel Auensteuerung. Je weniger dabei auf Negatives hingewiesen und je mehr gutes Gelingen bemerkt und verstrkt wird, desto hher wir die Wahrscheinlichkeit sein, da es anstrengungsbereit bleibt.
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Hinweise fr die Schwierigkeiten im Sozialverhalten |
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Nicht nur auf der Arbeitsebene sondern auch auf der sozialen Ebene sollten die positiven Eigenschaften des HKS-Kindes hervorgehoben und genutzt werden. Hufig ist es sehr phantasievoll oder auch gutmtig, freigiebig und hilfsbereit. Das hyperaktive Kind ,,flippt" aber auch blitzschnell aus, es ist leicht zu krnken und attackiert dann schnell die anderen. In der Schule ist ein direktives Auseinandersortieren der Kinder, der bergang zur Tagesordnung und eine deutlich zeitversetzte Besprechung der strittigen Situation die beste Prophylaxe gegen Klassenkasper- und Sndenbockentwicklungen. Blostellungen sollten unterlassen werden. Auch Pausensituationen sind hufig schwierig, hier wre es wichtig, die aufsichts-fhrenden Lehrkrfte zu informieren. Regeln sollten auch hier vorher aufgestellt werden, aggressive Auseinandersetzungen rechtzeitig unterbunden werden.
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Hilfen zum Bereich der Aufmerksamkeit und Konzentration |
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HKS- Kinder haben ausgeprgte Schwierigkeiten im Bereich der Aufmerksamkeit und Konzentration. Deswegen ist es ntig, ihnen auch in diesem Bereich gezielte Hilfen anzubieten. 1. Grundstzliches zur Aufmerksamkeit - Aufmerksamkeit besteht aus einzelnen Verhaltensschritten, die zielgerichtet aufeinanderfolgen. - Aufmerksamkeit ist an einzelne Voraussetzungen gebunden (nicht vorschnell handeln, wach sein, sich Fragen stellen/Hypothesen bilden, eine Strukturierung der Handlung vornehmen, Vorerfahrungen aufrufen) - Aufmerksamkeit sttzt sich auf bestimmte Basisprozesse. Diese bestehen aus Formen einer grundlegenden Orientierung wie z.B. genau hinschauen, genau zuhren, genau beschreiben oder genaue Wiedergabe des Wahrgenommenen. Komplexere Ttigkeiten knnen daran scheitern, da sich das Kind nicht gut genug orientiert. 2. Die Voraussetzungen der Aufmerksamkeit im einzelnen: - Die Unterdrckung einer vorschnellen Reaktion, die aus einem ersten Impuls heraus erfolgt und lediglich eine auf den "ersten Blick richtige Lsung" nennt. Diese Lsung erscheint oft eher als ein Raten. - Die Aufrechterhaltung einer gewissen Wachheit whrend der Aufgabenbewltigung, um Fehler zu erkennen und den eigenen Lsungsweg einzuhalten. Bei der Ausfhrung geht diese Wachheit mit handlungsteuernden und handlungs-organisierenden Fragen einher, die der Betreffende an sich selbst richtet (z. B. Wo stehe ich jetzt? Habe ich etwas bersehen?). - Die Verfgbarkeit von Vorerfahrungen und Wissen, denn im Aufmerksamkeitsproze wendet sich ein Mensch gezielt einzelnen Aspekten einer Situation zu und lt andere auer acht. Dieses gezielte Vorgehen ist wissensabhngig. 3. Untersttzungsmglichkeiten durch Lehrer/innen: - Basisprozesse durch Reaktionsverzgerung erleichtern (z.B. Halt - Stop! Zuerst genau zuhren, genau hinschauen etc.) - grundlegende Orientierung des Kindes durch Fragen vorstrukturieren (z.B. Was ist die Aufgabe? Wie gehst Du vor?). - die Basisprozesse im Ablauf untersttzen (u.a. genau hinschauen: beim Lesen Zeilen abdecken, Sichtfenster einfhren; das Kind anhaften. sein Blickverhalten durch ,,Mitzeigen" zu steuern; bei Suchprozessen das Suchfeld durch eine Rasterung unterteilen); - genau zuhren : bei Gesprchen/Anweisungen Blickkontakt zum Kind halten; seine Aufmerksamkeit durch Lcheln zentrieren, verstndlich-eindeutige Informationen geben;- genaue Wiedergabe : eine komplexe Information abschnittsweise wiedergeben lassen, fr eine Erzhlstruktur sorgen.Im einzelnen knnte eine Auswahl aus der folgenden Abfolge von Schritten hilfreich sein: a) Aufgabenanalyse: Was ist genau meine Aufgabe? ...mit eigenen Worten ...Was soll ich tun? b) Materialanalyse: Was habe ich hier alles? Was brauche ich? Ich kann mir einen Plan machen. Womit anfangen? Was fehlt eigentlich noch? c) Zielanalyse: Wo will ich hin? Wie kann ich es erreichen? Mu ich einen Umweg machen?... d) Konfliktanalyse: Warum konnte ich nicht weiter? Was strt?... e) Formulierung von Teilzielen: Was ist der nchste Schritt? Wie weit bin ich eigentlich schon? Was mte jetzt folgen? Wie lautet der Plan?... f) Bewltigung von Frustrationen: Fehler kann man verbessern. Das kann ich wieder gut machen. Nachher mache ich erst mal eine kleine Pause, dann geht es wieder besser. g) Aufforderung zum Zeitlassen: Kleine Pause! Hauptsache, es wird richtig. Ich habe genug Zeit.... h) Bewertung von (Teil-)Ergebnissen: Bis jetzt ist alles richtig. Das habe ich gut gemacht. Das andere kann ich auch noch schaffen. Ich kann es wirklich gut. Ich hab's (allein) geschafft!Diese an sich inneren Prozesse knnten Sie zur Nachahmung modellhaft vorfhren und einben, um Ihren Schlern (sicher nicht nur den Kindern mit Aufmerksamkeitsstrungen) nahezubringen, wie sie an eine Aufgabe herangehen knnen. 4. Die Gestaltung von frderlichen und hilfreichen Rahmenbedingungen: - fr eine ruhige und entspannte Atmosphre sorgen - Eine mglichst ablenkungsfreie Gestaltung des Arbeitsplatzes - eindeutige und konkrete Forderungen stellen bzw. Anweisungen geben. 5. Wie effektiv sind Konzentrationstrainings" ?
berblickt man den aktuellen
Forschungsstand, so mu die Wirkung von Konzentrationstrainings"
als begrenzt eingeschtzt werden. Das Problem besteht darin, da
der Transfer auf schulische Inhalte nur bedingt gelingt.
Effektiver erscheint es, mit Hilfe von Selbstinstruktionen eine
Abfolge von Verhaltensschritten bzw. Leitfragen einzuben, um
bestimmte Leistungsschwierigkeiten bei HKS-Kindern anzugehen.
Konkret bedeutet dies: Wenn ein Kind z.B.
Schwierigkeiten hat, Textaufgaben zu lsen, dann mu bei
Textaufgaben eine konzentriertere Vorgehensweise eingebt werden.
Es wre dazu eine Abfolge von Schritten bzw. von Leitfragen zu
entwickeln, die dem Kind hilft, in systematischer Weise,
Textaufgaben zu erfassen, zu entschlsseln und zu lsen. Das
HKS-Kind mte diese Abfolge durch regelmiges ben
verinnerlichen.
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Zum Schlu noch einige Hinweise, die aus neueren wissenschaftlichen Untersuchungen abgeleitet wurden: |
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1. Die motorische Unruhe reduziert sich, wenn z. B. beim Lesen Aktivitt mitgefordert war (eine Wortkarte in die Hand nehmen, hintereinanderstecken etc.). 2. Die Aufmerksamkeit lt sich bei schriftlichen Aufgaben verlngern, wenn die Prsentation einer Aufgabe verndert dargeboten wird (z. B. der erste Teil der Aufgabe auf weiem Papier, der zweite Teil der Aufgabe auf buntem Papier), d. h. die Aufgabenstellung soll nicht verndert werden, sondern es sollen Elemente variiert werden, die nebenschlich sind. 3. Bei Aufgaben mit Sprachproduktionen (Erzhlen) ist flssigeres und produktiveres Arbeiten mglich, wenn anschauliche Hilfsmittel zur Verfgung gestellt werden. Dem HKS-Kind fllt die Konzentration auf der reinen Vorstellungsebene schwer. 4. Bei Zuhraufgaben lassen sich bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Informationen gut strukturiert sind und nur wenige Details mitgeliefert werden. Lange Zuhrphasen sind fr HKS-Kinder schwierig. Eine gleichzeitige Visualisierung des Gesagten verbessert die Behaltensleistung in sehr groem Mae. 5. Bei schriftlichen Arbeiten sollten klare strukturierte Schritte in der Vorgehensweise dargelegt sein. Der Umgang des Pdagogen in der Unterrichtssituation mit dem hyperaktiven Kind erfordert Kompetenz und Einfllungsvermgen, sowie "gute Nerven". Wichtig ist die richtige Einstellung zum Problem zu erlernen. Die Schwierigkeiten des Kindes haben Ihre Ursache nicht in mangelnden Willen, in Bsartigkeit oder Charaktermngeln, auch nicht in schlechter Erziehung. Es ist wichtig, sich als Pdagoge in der Unterrichtssituation nicht persnlich angegriffen zu fhlen. Um ein besseres Umgehen mit dem Kind zu erreichen, kann es sinnvoll sein, mit dem behandelnden Psychologen oder Arzt zu kooperieren und auch gemeinsam Strategien fr die Unterrichtssituation zu erarbeiten. |
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